Houston, wir haben ein Problem! – Corona und was es mit der Bildung macht

Die Corona-Pandemie – das Gesprächsthema des Jahres, auch für die Bildungspolitik.

Heute schließen deutschlandweit die Schulen. Ein Virus hat uns im Griff.

Corona – Covid19, das Virus, das die Lunge angreift. Menschen werden angehalten, zuhause zu bleiben, sich die Hände zu waschen, eine Schutzmaske zu tragen. Reisen werden abgebrochen, Konferenzen und Messen abgesagt, Clubs, Bars und Geschäfte geschlossen. Die Krankenhäuser rufen einen Notstand aus. Nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Ein so nie dagewesener Ausnahmezustand.

Was bedeutet das für das Lehren und Lernen? Die Universitäten, aber auch die Schulen und einzelne Lehrende, sind nun gefordert, kreativ zu werden und die Möglichkeiten der Digitalisierung auszuschöpfen. Schule, Lehren, Lernen müssen (dürfen?) neu gedacht werden. Der Wandel schlägt mit voller Wucht zu, im Großen wie im Kleinen. Einige Szenen dieser Umbaumaßnahmen:

  • Die pädagogische Hochschule veröffentlicht eine Linksammlung mit Tools zur onlinebasierten Kommunikation. Sie möchte bis zum verspäteten Semesterbeginn die Lehre weitgehend digitalisieren. Mit Hochdruck wird an Aufzeichnungen gearbeitet. Da stehen Professoren in leeren Vorlesungssälen und sprechen in ein Headset.
  • Im Unternehmen werden TelKos – Telefonkonferenzen – und Telearbeit übergreifend eingeführt.
  • Der Umstieg auf e-Konferenzen führt zu einer Überlastung der Online-Konferenzsysteme. Bei Online-Schaltung gibt es amüsante Zwischenfälle wie „Der Moderator hat sich ohne sein Zutun ausgeloggt“, „Ich kann Sie sehen, aber nicht hören“ oder „Bei mir zeigt es nur eine Fehlermeldung an“…
  • Eine Freundin schickt mir per Handy ein pdf – sie ist Lehrerin und möchte testen, ob sie mit ihren Schüler*innen so kommunizieren kann.

Herausforderungen für die Pädagogik

Talk, Chat, e-learning, TelKo – neue Wörter für neue Herausforderungen. Doch was können wir ganz praktisch tun, um diesen Herausforderungen schnell und sicher zu begegnen? Wie kann die Kommunikation zwischen Lehrpersonen und Schüler*innen orts- und medienübergreifend gelingen? Vor diesen Fragen stehen zurzeit alle Pädagog*innen. Und nach und nach tröpfeln auch Lösungen durch. Manche Schulen bieten eine Notbetreuung für Schüler*innen an, deren Eltern keine zeitlichen Ressourcen zur Verfügung haben. Prüfungen finden online statt. Die Schüler*innen sollen angehalten werden, zuhause zu lernen.

Schulministerien verweisen auf die Nutzung und den Ausbau der Infrastrukturen der Schule. Wie kann das gelingen? Für uns liegt es klar auf der Hand – Schulen brauchen eine Online-Lernumgebung, sei es via Moodle, ILIAS, CANVAS oder als eigene Plattform oder Homepage mit internem Bereich. Denn über eine Online Lernumgebung können Materialien ausgetauscht und bearbeitet werden, es können Gruppen und Projekte aufgebaut und Diskussionen geführt werden. Die Lernumgebung dient somit als Schnittstelle zwischen den Akteuren. Weitere nützliche Tools könnten Zeit-/Aufgabenmanager, Wikis und die Nutzung sozialer Netzwerke oder Blogs, zum Beispiel als persönlicher Lernblog, darstellen.

Corona als Chance

Die Optionen zur Neugestaltung von Schule und Bildung sind da, jetzt muss „nur“ eine rasche und gleichzeitig effektive Umsetzung der Maßnahmen erfolgen. Denn vielleicht hat, trotz all der negativen Folgen, Corona zumindest eine positive Nebenwirkung. Vielleicht ist es an der Zeit, dass Schule reformiert, und nicht nur digitalisiert, sondern gänzlich neu gedacht wird. Vielleicht erleben wir gerade, im Gegensatz zur Schließung der Ländergrenzen, eine Öffnung von Schule und Vernetzung des Lehrens und Lernens auf einer ganz neuen Ebene.

Was am Ende dabei herauskommt, und wohin uns das führt? Viele offene Fragen, auf die wir aktuell keine Antwort wissen. Wichtig ist nur, dass wir nicht auf ein Ergebnis warten, sondern selbst Teil dieses Ergebnisses werden. Daher dürfen wir jetzt ausprobieren, experimentieren, Fehler machen und Neues wagen. Es ist eine besondere Zeit, die kreativ und als Chance genutzt werden will.

J. Löhle

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